Wahrnehmungen

Wahrnehmungen

Ich liege auf dem Bett, den Laptop auf dem Schoß. Im Browser ist der Editor im ablenkungsfreien Modus geöffnet.

Die letzten Tage ließen mir viel Raum, Dinge zu beobachten. Ich nahm Verhaltensweisen an mir wahr, derer ich mir zuvor nicht bewusst war.

Flipflops statt Doppelschleife

Ich habe mich dabei beobachtet, wie ich immer häufiger Flipflops statt der bisher obligatorischen Socken und Sneakern trage.

In meinem Fall ist das bemerkenswert, weil es Veränderung bedeutet. Bisher war ich nicht als großer Fan von Neuem bekannt.

Mutig

In der jüngeren Vergangenheit wurde ich für mutig gehalten, weil ich einen Neuanfang in einer mir unbekannten Stadt nicht nur gewagt, sondern von ganzem Herzen gewollt habe.

Dabei ist es, genauer betrachtet, kein großes Ding. Von Berlin nach Leipzig zu ziehen ist in etwa so, wie im gleichen Park vom einen auf den anderen Ameisenhügel zu ziehen.

Warum eigentlich nicht

Wollen wir … beantworte ich immer häufiger mit Warum eigentlich nicht, was Menschen die mich schon eine Weile kennen und auch mich selbst verwundert.

Es sieht tatsächlich so aus, als ob ich mich nach und nach in immer mehr Bereichen meines Lebens locker machen würde. Was kann denn schon passieren?

Im Moment

Ich schaffe es immer häufiger im Moment zu sein, mich von meinen Ängsten zu befreien und einfach zu leben. Neue Wege zu gehen macht glücklich, besonders wenn man nicht alleine ist.

Umfall

Diese Woche begann mit einem Umfall – ein Kollege auf Arbeit fiel um und war nicht mehr ansprechbar.

Mich hat das nachhaltig beeindruckt – von einer zur nächsten Sekunde kann alles vorbei sein.

Ich erinnerte mich an zwei Sprichwörter, die aus diesem Blickwinkel für mich eine völlig neue Bedeutung bekommen.

Manchmal wird aus später nie.

Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre.

Perspektivwechsel

Ich drehe eine Runde im Kleistpark und sehe auf die Wiese in der Mitte des Rundwegs. Mir fällt auf, dass ich sie noch nie betreten habe.

Die Bank, die in der Mitte des Grüns platziert wurde, lädt mich ein. Ich bemerke den Müll, der samt Einkaufswagen zurückgelassen wurde.

Trotz der Sperre an einem der Räder steht er hier, hat ebenfalls gewohnte Bahnen verlassen. Der Inhalt zeugt von einer feuchtfröhlichen Zusammenkunft.

Vielleicht ist es hier in erster Linie lustig, nicht schmutzig.